Fleischverzehr im Neuen Testament Samstag, April 5, 2008
Posted by JNj. in Tagesmenü.Tags: Bibel, Brot des Lebens, Christentum, Fischer, Fleischverzehr, geistlicher Hunger, Glaube, Hunger, Jesus Christus, Ketarier, Nahrungswunder, Neues Testament, Speisungswunder, Vegetarier
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Nachdem ich in der vergangenen Woche das Thema „Fleischverzehr im Alten Testament“ betrachtet habe, möchte ich mich nun dem Neuen Testament zuwenden und beleuchten, was dieses zur Frage des Essens von Fleisch sagt:
Zuerst einmal ist festzustellen, dass Jesus Christus Männer als Jünger berief, die den Beruf eines Fischers ausübten (vgl. Matthäus 4, 18; Markus 1, 16; Lukas 5, 2 f.). Wir finden im gesamten Neuen Testament keine Belegstelle, dass diese Männer, als sie in die Nachfolge Jesu Christi traten, ihren Beruf in dem Sinne aufgeben mussten, dass sie nie mehr fischen würden. Auch finden wir keine Belegstelle, dass sie dem Verzehr von Fisch (oder anderem tierischen Fleisch) abschwören mussten. Ganz im Gegenteil:
Zum einen wird uns berichtet, dass Jesus und seine Jünger vor seinem Tod gemeinsam das „Passah-Mahl“ feierten. Beim „Passah-Mahl“ wird bekanntlich gemeinsam ein Lamm, also Fleisch gegessen (vgl. 2. Mose/Exodus 12, 8; 2. Mose/Exodus 12, 46; Es lohnt sich, das gesamte Kapitel im Zusammenhang zu lesen). Dies war ein ganz klares Gebot des mosaischen Gesetzes und Jesus und seine Jünger befolgten es.
Dann berichtet uns das Johannesevangelium, dass der Jünger Simon Petrus nach der Kreuzigung Jesu wieder fischen ging (vgl. Johannes 21, 3; 21, 8 ) und zwar zusammen mit anderen Jüngern. Bei dieser Gelegenheit begegnet ihm der auferstandene Jesus Christus und bietet ihm ein Essen an, dass aus Brot und Fischen (!) besteht (vgl. Johannes 21, 9 – 14; Es lohnt sich auch hier, das gesamte Kapitel zu lesen). Auch hier wird deutlich, dass weder Jesus Christus selbst, noch die von ihm berufenen Jünger das Essen von tierischem Fleisch ablehnten. Niemand musste, um Jesus Christus nachfolgen zu können, Vegetarier werden.
Daneben ist es interessant zu sehen, dass uns in den Evangelien mehrere Speisungswunder Jesu berichtet werden: Matthäus 14, 14 – 20; Matthäus 15, 29 – 39; Markus 6, 30 – 44; Markus 8, 1 – 9 [Hier ist nur von Broten, die vermehrt werden, die Rede]; Lukas 9, 10 – 17. In der Mehrzahl der Berichte ist nicht allein von der Vermehrung von Brot, sondern auch von der Vermehrung von Fischen (also tierischem Fleisch!) die Rede.
Jesus Christus selbst speiste also hungrige Menschen nicht allein mit Brot, sondern auch mit Fleisch. Natürlich macht Jesus Christus immer deutlich, dass es ihm nicht allein darum geht, den natürlichen Hunger des Menschen zu stillen, sondern dass sein Blick viel weiter und tiefer geht. Es geht ihm, neben der barmherzigen Handlung der Vermehrung natürlicher Nahrung, primär um den geistlichen Hunger des Menschen. Und hier verweist Jesus Christus auf sich als das „Brot, das vom Himmel gekommen ist“ (vgl. Johannes 6, 32; Johannes 6, 51). Er macht damit deutlich, dass der menschliche Hunger nach Lebenserfüllung nur in einer Beziehung zum Schöpfer gestillt werden kann und dass er von Gott gesandt wurde, um den Menschen neu mit Gott, dem Schöpfer, in Verbindung zu bringen (vgl. Johannes 14, 6 – 7; Johannes 3, 1 – 6). Diesen geistlichen Hunger kann weder vegetarische noch ketarische Nahrung stillen. Augustinus, ein Christ aus dem 4. Jahrhundert, hat diesen geistlichen Hunger und die Stillung desselben so beschrieben: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir. denn auf Dich hin hast Du uns geschaffen.“ Darauf kommt es, bei aller Diskussion über die Art und Weise von Nahrung, viel mehr an.
Im nächsten Ab schnitt werden ich der Frage nachgehen, was uns das Neue Testament über die Ernährungsgewohnheiten der ersten Christen berichtet.
Vegetarismus – eine intolerante Religion Freitag, März 28, 2008
Posted by JNj. in Tagesmenü.Tags: Bibel, Christentum, Freiheit, Gebote, Intoleranz, Ketarier, Low-Carb, Vegetarier, Vegetarier-Religion
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Lange habe ich gezögert, ob ich dieses Thema noch einmal aufgreifen soll – mein Eingangsbeitrag bzgl. einer entsprechenden Podcastsendung von SIM war ja mehr witzig als ernst gemeint.
Aber nun bin ich über Ostern erneut und diesmal wirklich auf sehr wirre und missionarische Weise mit diesem Thema „Vegetarismus ist die bessere Lebensart“ konfrontiert worden. Da schrieb’ doch tatsächlich jemand in einem Forum: „Wahre Christen – Vegetarier oder Fleischesser?“ und natürlich kommt der Autor in seinen Ausführungen dann zu dem Schluss, dass „wahre Christen“ nur Vegetarier sein können. Aha, Fleischesser (d.h. alle [krankheitsbedingten] Ketarier) landen also in der Hölle?!
Als langjähriger [krankheitsbedingter] Ketarier und langjähriger Christ könnte man über solche unsinnigen Ergüsse ja lachend hinweg gehen, würden nicht immer noch Leute auf solch einen Humbug hereinfallen. Viele Menschen lassen sich leider von völlig unbelegten Theorien dahingehend überzeugen, dass der vegetarische Lebensstil der einzig wirkliche christliche Lebensstil sei. In meinem Umfeld habe ich beobachten können, dass die Folge einer solchen Überzeugung dann darin besteht, dass sich das Leben solcher Leute fortan mehr ums Essen als um Gott und ihre Mitmenschen dreht. Nicht das freimachende Evangelium, sondern der Vegetarismus werden zur befreienden Botschaft, die sie fortan verkünden. Anstatt der froh machenden Botschaft, dass Gott alle Menschen, völlig unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Rasse, ihres Geschlechts, ihrer gesellschaftlichen Stellung liebt, wird eine das Gewissen beschwerende Verdammungsbotschaft gepredigt: „Als Christ darf man doch kein Fleisch essen. Da hast Du ja deine Mitgeschöpfe auf dem Gewissen!“ Nichts könnte dem Evangelium (griechisch für „frohe Botschaft“) ferner sein. Darum möchte ich an den kommenden Tagen an dieser Stelle einmal betrachten, was die Bibel zum Gemüse- und/oder Fleischessen sagt und zwar unter folgenden Überschriften:
1. Fleisch essen im Alten Testament
2. Fleisch essen im Neuen Testament
3. Waren die ersten Christen Vegetarier und wurde die Bibel verfälscht?
4. Christlicher Glaube und Nahrung




